| Robbie 2006 Robbie Williams live auf den "Jahnwiesen" am 08.08.2006 in Köln (Konzertbericht) Die Vorbereitungen begannen bereits am Vortag, dem 07.08. Wir, d.h. meine Cousinen Christiane, Simone und Freundin Dagmar besorgten uns preiswerte Schlafsäcke, Sekt, Obst, Brote und natürlich den überlebenswichtigen Wasservorrat. Alles gut verpackt, fuhren wir um 18.30 Uhr los. Um ca. 19.45 Uhr kamen wir in Köln vor den weiträumig abgesperrten Janwiesen an. Wir waren nicht die Ersten und stellten uns den bereits wartenden 35 Fans vor. Auf den Schreck erst mal einen Sekt. So standen wir an der Strasse, die noch sehr befahren war. Auf Anweisung der Sicherheitsleute verließen wir die Stellung und wechselten auf den gegenüber liegenden Platz. Es sei dort sicherer und vier Dixi-Toiletten standen auch noch zur Verfügung. Wir richteten uns dort ein. Die Schlafsäcke wurden ausgerollt, Stühle aufgeklappt und sogar ein Zelt thronte inmitten des Camps, welches mittlerweile aus ca. 100 Fans bestand. Es herrschte eine sehr ruhige, fast romantische Stimmung und wir quatschten bereits vertraut bei Kerzenschein bis spät in die Nacht. Ich schlief ein. Nach Mitternacht erwachte ich plötzlich und schaute aus meinem Schlafsack. Kein Traum - die Stimme war real. Mein Mann Dirk mit unserem 14 jährigen Sohn Daniel und einer unglaublich großen Kanne Kaffee kamen zu Besuch. Mit großer Freude genossen wir die wärmende Stärkung und da noch genug übrig war beglückten wir damit noch die Anderen. Christiane und ich begleiteten die Beiden noch ein Stück auf ihrem Rückweg zum Auto. Unterwegs fanden wir eine Menge rot-weißes Absperrband. Damit kennzeichneten wir den Lagerplatz damit alle folgenden Fans sich auch hinten anstellen. Selbstverständlich befolgten alle diese Regel und wir hatten echt Spaß. So gegen 03.00 Uhr kroch ich wieder in meine wärmende Hülle und die Augen fielen zu. Um 06.00 Uhr weckte uns ein leichter Nieselregen. Wir rechneten mit dem Schlimmsten und breiteten unsere regendichte Plane aus. Kaum geschehen, verzogen sich die Wolken und der Regen blieb aus. Alle waren nun wach und erfreuten sich bei trockenem Wetter an dem mitgebrachtem Frühstückt. Wir aßen die am Vortag geschmierten Brote, das Obst und zum Nachspülen gab es statt heißem Kaffee nur kaltes Wasser. Aber schließlich eignet sich das besser zum Zähne putzten - welch ein Trost. Mit frischem Atem und Lemon-Feucht-Tüchern gewaschen, waren wir startklar für Mr. Williams. 09.00 Uhr: Es brodelte! Hinter uns ca. 300 ungeduldig Wartende, die versuchten den Nächsten zu überholen. Die Stimmung schlug um und es herrschte eine bedrohliche Atmosphäre. Niemand der Stadt Köln oder den Sicherheitsleuten fühlte sich verantwortlich und verkannten die Situation. Meine Cousine, die schon viele Großveranstaltungen besucht hat, bat einen Bediensteten die Menge wieder zu beruhigen. Zu spät. Plötzlich stürmten 300 Fans nach vorne. Uns blieb nur noch die Habseligkeiten zu greifen und sich in Sicherheit bringen. Verschreckt rannten wir über die ungesperrte Straße. Ich stürzte! Meine Cousine Simone kam zu Hilfe. Sie lies unsere Lebensmitteltasche einfach fallen und riss mich am Arm wieder hoch. Das nicht 200-300 Menschen uns überrannten oder uns ein Auto erwischt hat, grenzte an ein Wunder. Erst vor der nächsten Absperrung kam die Menge zum Stehen. Mein Herz raste und meine Hände zitterten. Anstatt uns zu beruhigen, lachte uns die Sicherheitsmannschaft äußerst unangemessen aus:„Warum tut ihr euch das an.“ Eine Dame dieses Teams (lange braune Haare) war sehr nett, zeigte Verständnis und beruhigte vorbildlich. Wir sollten uns setzen. Das funktionierte nur auf unsere Seite. Die Männer gegenüber schafften es nicht. Fans standen und drängelten bei der Bändchenausgabe. Erst nach einer Weile beruhigte es sich und entspannten uns in der wärmenden Sonne. 15.45 Uhr: Die letzten Gitterwände sollten vor den Eingängen weggeräumt werden. Zwei wurden entfernt und unseres blieb stehen. Wieder waren es nur Sekunden und die Menge rannte los. Ich wurde mit aller Wucht gegen das Gitter gepresst. Ein Kleines Mädchen zogen wir schreiend aus der Menge. Auch dabei zeigten sich die Sicherheitsleute nicht sehr hilfreich. Obwohl sich die Familie mit dem Kind vor gedrängelt hatte, blieben wir ruhig. Erst als sich der Vater, der das Gelände erst um 15.00 Uhr erreichte und sich zu seiner Familie gedrängelt hatte, platzte mir der Kragen. Er beschwerte sich lautstark und ich schimpfte zurück: “Wenn du dich mit angestellt hättest, wäre deine achtjährige Tochter nicht in Gefahr gewesen. Mit einem kleinen Kind setzt man sich auf die Tribüne oder trägt es auf den Schultern. Sein Schweigen bestätigte meine Meinung und den Glauben an Einsicht. Sauer auf die schlechte Organisation und noch immer gegen das Gitter gepresst, erinnerte ich mich an das Konzert auf Schalke vor drei Jahren. Alles lief so entspannt ab und hier lachte man uns aus. Das letzte Gitter wurde entfernt. Ein Security wurde eingequetscht und bahnte sich den Weg zu seinen Kollegen. Als die Kassen öffneten wurde nicht nur der Druck von hinten enorm auch meine Blase signalisierte das gleiche unwohle Gefühl. Jetzt hieß es: laufen. Aber wohin? Orientierungslos rannten wir mit dem Strom Richtung Bühne. Geschafft! 1. Reihe Rechts. Gerne wären wir am Steg gewesen hätten aber dort mit der 2. oder 3. Reihe und Gedrängel rechnen müssen. Die Plätze waren gesichert und konnte ich endlich auf die Toilette. Nach langem Anstehen erleichtert und wieder zurückgekehrt, fand ich meine Cousine Simone weinend vor. Völlig fertig, mit einem Gefühl von Wut und Freude, standen hier nun vier erwachsene Frauen die das Alles erlebt hatten. Da wir alle unsere Vorräte verloren hatten, quälte uns jetzt Hunger und Durst. Auch Dirk, der uns nachts mit Kaffee versorgte, schaffte es auf geheimnisvolle Weise zu uns in die erste Reihe. Wir beschlossen etwas Essbares zu organisieren. Es gab Cola, Bier und Chinese-Food. Der Transport des Mahls durch die Menge klappte besser als ich dachte und die Laune besserte sich. Die Sicherheitsleute an der Bühne waren freundlich und versorgten uns mit Wasser. 18.30 Uhr: Die Band „Orson“ erklimm die Bühne. Sie hatten es schwer. Viele waren von den Strapazen der Nacht abgekämpft. Während die sympathische Band den Kontakt zum Publikum suchte, stieg die Stimmung jedoch schon nach ein oder zwei Songs. 19.30 Uhr: Verkleidungsfreudige Sängerinnen und Blechbläser in Jogginganzügen stürmten die Bühne und die Stimmung war gut. 21.OO Uhr: Es war so weit! Mr.Williams stieg unter mächtigem Getöse aus dem Bühnenboden auf. Alle waren außer sich und selbst unsere coole Dagmar strahlte über beide Ohren. Dirk machte die Fotos. Wie immer war Robbie lustig, spielte Fußball und schoss mit seinem Freund signierte Bälle ins Publikum. Wer konnte weiter schießen und gewann den kleinen Wettbewerb? Nach einigen zweideutigen Bemerkungen, bemerkte er, dass sich seine Fans immer noch um die Bälle stritten. Er sagte: „Jetzt haltet die Bälle doch endlich hoch damit wir den Sieger ermitteln können und mit der Show weiter machen können. Alles Jubelte. Flammen und Lichter entfachten auf der nach oben offenen Bühne. Schade nur, dass es nicht so viel Tänzerin wie auf der Escapologie-Tour gab und manches war mir auch diesmal etwas zu cool. Mr. Williams war bei guter Stimme und in seinen Späßen großartig. Er rannte durch die Menge und entdeckte direkt neben uns eine Holländerin. Ihre „Parts“, wie er es nannte, waren ganz nach seinem Geschmack und so hatten wir Glück ihn sehr oft bei uns zu sehen. Der neue „Rap-Style“ ist nicht schlecht, doch ich liebe „Feel“. Was mir an Robbie Williams gefällt ist, dass er macht was er will. Er wirkt immer menschlich. Sei es mit einem Grinsen im Gesicht oder mit einer Träne in den Augen. Zugegeben - nach einer Übernachtung auf der Straße und den Stress danach einen so zu begeistern, grenzt schon an ein kleines Wunder. Gerne hätten wir noch ein paar Zugaben mehr erlebt doch auch dieses Konzert fand nach zwei Stunden sein Ende. Raus ging es schnell. Die Seiten wurden zusätzlich geöffnet und man erreichte schnell die jetzt gesperrte Straße und das Auto. Leider zeigte sich nun auch die Anstrengung bei Dagmar in Form eines Migräneanfalls und so beeilten wir uns, schnell nach Hause zu kommen. Ich fiel wie ein Stein ins Bett und war dennoch froh dabei gewesen zu sein. Fazit: Mr. Williams gibt alles und das perfekt. Er ist Sänger, Entertainer, für die Bühne geboren und singt mir immer wieder eine Gänsehaut. Eine Stadt wie Köln sollte mehr um das Wohl seiner Besucher bemüht sein. Ich werde, obwohl ich die Kölner sehr mag, so schnell kein großes Konzert mehr in Köln besuchen. Für einen Weltstar erwarte ich eine besser vorbereitete und sichere Veranstaltungsstätte. Liebe Grüße Regina Rosenbaum |